Hilfe und Dokumentation

Arbeitsmarktservice (AMS) Daten - Begriffsbestimmungen

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosenbestand

Zum Monatsende-Stichtag bei den Regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice zum Zwecke der Arbeitsvermittlung registrierte Personen, die nicht in Beschäftigung oder Ausbildung (Schulung) stehen. Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Wohnort der Arbeitslosen.

Jahresdurchschnittsbestand

arithmetisches Mittel der 12 Stichtagsbestände

Zugänge arbeitsloser Personen

Ein Zugang ist gegeben, wenn der Beginn einer Arbeitslosigkeitsepisode zwischen dem aktuellen und dem letzten Stichtag liegt.

Abgänge arbeitsloser Personen

Ein Abgang ist gegeben, wenn das Ende einer Arbeitslosigkeitsepisode in den Zeitraum zwischen aktuellem und letztem Stichtag fällt.

Vormerkdauer

Die Vormerkdauer ist jene Zeitspanne, die zwischen dem Beginn einer Arbeitslosigkeit und dem Stichtagsdatum liegt. Sie stellt die nicht vollendete Dauer der Arbeitslosigkeit dar und wird nur aus Bestandsmengen berechnet. Um bei kurzfristigen Unterbrechungen einer Arbeitslosigkeit diese nicht in einzelne Kurzperioden zu unterteilen und damit die Berechnung der Vormerkdauer immer wieder von vorne beginnen zu lassen, werden Unterbrechungen bis zu 28 Tagen nicht berücksichtigt.

Verweildauer

Die Verweildauer ist jene Zeitspanne, die zwischen dem Beginn und dem Ende einer Arbeitslosigkeit liegt. Sie entspricht somit der "echten" Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode und kann nur aus Abgangsmengen berechnet werden. Auch dabei bleiben Unterbrechungen bis zu 28 Tagen unberücksichtigt.


Stellenangebot

gemeldete offene Stellen

Die sich aus den Vermittlungsaufträgen der Betriebe an die Regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice ergebende Zahl der freien Arbeitsplätze. Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Arbeitsort.

Verfügbarkeit

Als sofort verfügbare offene Stellen gelten solche, die bereits hätten angetreten werden können, deren gewünschtes Eintrittsdatum also in der Vergangenheit liegt. Nicht sofort verfügbare offene Stellen sind jene, die für Vermittlungsbemühungen zwar bereits bekanntgegeben wurden, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt besetzt werden können. Sie werden in den Tabellen ausdrücklich als "nicht sofort verfügbar" dargestellt. In der AMS Standardstatistik werden bei den gemeldeten offenen Stellen die sofort verfügbaren offenen Stellen ausgewiesen.

bisherige Laufzeit

Die bisherige Laufzeit einer offenen Stelle wird in Tagen angegeben und ist jene Zeitspanne, die zwischen dem gewünschten Arbeitsantritt und dem Statistikstichtag liegt. Sie bezieht sich nur auf sofort verfügbare offene Stellen und wird nur aus Bestandsmengen berechnet.

abgeschlossene Laufzeit

Die abgeschlossene Laufzeit einer offenen Stelle wird in Tagen angegeben und ist jene Zeitspanne, die zwischen dem gewünschtem Eintrittsdatum und dem Abgangszeitpunkt einer offenen Stelle liegt. Sie kann somit nur für Abgänge offener Stellen ermittelt werden.

Zu- und Abgänge

Der Zeitpunkt des Zuganges einer offenen Stelle ist mit dem Datum, an dem der Auftrag an die Regionale Geschäftsstelle gegeben wurde, definiert. Ein Abgang wird dann registriert, wenn das Vermittlungsergebnis realisiert wird, d.h. die offene Stelle tatsächlich besetzt wird bzw. der Tatbestand bekannt wird, dass bereits eine Besetzung erfolgte oder ein anderweitiger Abbuchungsgrund bekannt wird. Die Zu- und Abgänge beinhalten immer sowohl sofort als auch nicht sofort verfügbare offene Stellen.


Lehrstellenangebot

vorgemerkte Lehrstellensuchende

Bei den Regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice zur Lehrstellenvermittlung registrierte Personen, für die noch keine erfolgreiche Vermittlung zustande gekommen ist (ohne Einstellungszusage). Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Wohnort des/der Lehrstellensuchenden. Auch bei gleichzeitiger Arbeitsplatzsuche wird die Person primär als Lehrstellensuchende/r erfasst.

Verfügbarkeit

Vorgemerkte Lehrstellensuchende, die z.B. wegen eines bestehenden Schulbesuchs eine Lehrstelle noch nicht antreten können, gelten als nicht sofort verfügbare Lehrstellensuchende. In der AMS Standardstatistik werden bei den Lehrstellensuchenden die sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden (ohne Einstellzusage) ausgewiesen. Analog dazu sind in Bali die sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden voreingestellt.

gemeldete offene Lehrstellen

Die sich aus den Vermittlungsaufträgen der Betriebe ergebende Zahl der freien Lehr- oder Ausbildungsstellen, für die noch keine erfolgreiche Vermittlung zustande gekommen ist (ohne Einstellungszusage). Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Standort des Lehrplatzes bzw. der Ausbildungsstelle.

Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit bei den Lehrstellen ist analog zu den offenen Stellen (siehe oben) geregelt. In der AMS Standardstatistik werden bei den gemeldeten offenen Lehrstellen die sofort verfügbaren offenen Lehrstellen ausgewiesen.


In Schulung befindliche Personen

Es handelt sich um Personen, die in AMS-Schulungsmaßnahmen einbezogen sind. Die regionale Zuordnung erfolgt nach dem Wohnort des Schulungsteilnehmers/der Schulungsteilnehmerin.

LeistungsbezieherInnen

Leistungsbezieherlnnen sind Personen, die zum jeweiligen Stichtag (letzter Kalendertag eines Monats) eine Leistung nach den gültigen Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 1977 (z.B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, u.a.), des Überbrückungshilfegesetzes oder des Sonderunterstützungsgesetzes erhalten.

Zählung der Leistungsbezieherlnnen

Die Ermittlung der Zahl der Leistungsbezieherlnnen zum jeweiligen Stichtag erfolgt erst drei Monate im Nachhinein. Jahresdurchschnittsdaten können daher ebenfalls erst mit einem Zeitverzug von drei Monaten zur Verfügung gestellt werden. Diese rückwirkende Ermittlung hat den Zweck, die Zeitverzögerung, die bei der Rückgabe und Bearbeitung von Leistungsanträgen entsteht, möglichst zu berücksichtigen, damit eine annähernd vollständige Erfassung der Leistungsbezieherlnnen gewährleistet werden kann.

Tagsatz

Der Tagessatz ist die Höhe einer Leistung, gemessen an einem auf Tagesbasis ausgedrückten Betrag, der dem Bezieher/der Bezieherin nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen zuerkannt wird. Er besteht aus dem Grundbetrag und dem Familienzuschlag. Die durchschnittliche Höhe des Tagessatzes ist das arithmetische Mittel aus der Summe von Tagessätzen gleicher Leistungsarten.


Bewilligungspflichtig beschäftigte AusländerInnen

Aufgrund der EWR- bzw. EU-Mitgliedschaft Österreichs werden ab 1.1.1994 nur mehr die "Bewilligungspflichtig beschäftigten AusländerInnen" gezählt. Darunter fallen Drittstaatsangehörige sowie Angehörige der neuen EU-Mitgliedstaaten, die dem Übergangsarrangement unterliegen. Die Zählung der Gesamtzahl der "Unselbständig beschäftigten AusländerInnen" erfolgt seit 1994 durch den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Dieser veröffentlicht diese Daten im Rahmen seiner Publikationen.

Als bewilligungspflichtig beschäftigte AusländerInnen werden Personen gezählt, deren Beschäftigung zum Stichtag der Zählung bei einem Sozialversicherungsträger nachweislich gemeldet ist und die entweder über

  • eine gültige Beschäftigungsbewilligung (BB) oder
  • eine aufrechte Arbeitserlaubnis (AE) oder
  • einen aufrechten Befreiungsschein (BS) oder
  • eine gültige Entsendebewilligung (EB) oder
  • eine gültige Bewilligung aufgrund eines bilateralen Abkommens (Abkommensbewilligung) oder
  • eine Schlüsselkraft-Zulassung (SKR*) oder
  • eine Freizügigkeitsbestätigung oder
  • eine „Niederlassungsbewilligung - unbeschränkt“ bzw. einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt - EG“ oder einen Niederlassungsnachweis verfügen oder aufgrund einer vorläufigen Berechtigung (VB) eine Beschäftigung ausüben dürfen, mit Ausnahme derer, die beim AMS arbeitslos oder Lehrstellen suchend vorgemerkt sind.

*) Die SKR, der Niederlassungsnachweis, die „Niederlassungsbewilligung - unbeschränkt“ sowie der Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt - EG“ werden von der jeweiligen Aufenthaltsbehörde (Fremdenpolizei, Magistrat) ausgestellt.

Wichtige Personengruppen, die vom AusIBG ausgenommen sind und daher keine Arbeitsbewilligung benötigen (Stand 1.1.2008):

  • EU-, Schweizer- und EWR-StaatsbürgerInnen sowie ihre Familienangehörigen, sofern ihre Bezugsperson ihr Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit in Österreich in Anspruch nimmt (mit Ausnahme von Personen mit folgender Staatsbürgerschaft: Polen, Slowenien, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen)
  • EhepartnerInnen und minderjährige Kinder österreichischer StaatsbürgerInnen,
  • anerkannte Konventionsflüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte,
  • Betreuungskräfte aus den neuen EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der Rund-um-die-Uhr-Betreuung
  • Wissenschaftler- und ForscherInnen sowie ihre Familienangehörigen,
  • Besondere Führungskräfte sowie deren Familienangehörige
  • AusländerInnen im diplomatischen oder konsularischen Dienst, einschließlich der Bediensteten dieser Personen,
  • AusländerInnen im Seelsorgedienst bei gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften,
  • Besatzungsmitglieder in der grenzüberschreitenden Schifffahrt sowie beim Bundeskanzleramt akkreditierte ausländische Medienvertreter,
  • AusländerInnen hinsichtlich ihrer Tätigkeit im Rahmen von Aus- und Weiterbildungs- oder Forschungsprogrammen der EU.

Arbeitslosenquote

Registerarbeitslosenquote

Bei der nationalen Berechnung der Arbeitslosenquote (ALQ) wird der Bestand arbeitsloser Personen (AL) ins Verhältnis zum Arbeitskräftepotential (= AL plus unselbständig Beschäftigte*) gesetzt.
*) laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger

Internationale Arbeitslosenquote

Arbeitslos nach EUROSTAT (ILO) sind Personen, die

  • während der Bezugswoche nicht erwerbstätig waren,
  • aktiv einen Arbeitsplatz suchen und
  • sofort (innerhalb von 2 Wochen) für eine Arbeitsaufnahme verfügbar sind.

Erwerbstätig nach EUROSTAT sind Personen, die in der Referenzwoche mindestens 1 Stunde gearbeitet haben. Sowie jene Personen, die zwar (wegen Krankheit, Urlaub, ...) in der Referenzwoche nicht gearbeitet haben, sonst aber erwerbstätig sind. In dieser Zahl sind also z. B. auch Selbständige und geringfügig Beschäftigte enthalten, die bei den unselbständig Beschäftigten lt. Hauptverband nicht mitgerechnet werden.

Die Arbeitslosenquote wird dann als Anteil der so festgestellten Arbeitslosen an allen Erwerbspersonen (Arbeitslose plus selbständig sowie unselbständig Erwerbstätige) errechnet. Die Registerdaten des AMS werden lediglich als Korrekturfaktoren verwendet. Aus diesen Gründen ist die internationale Arbeitslosenquote stets niedriger als die Registerarbeitslosenquote. Zu beachten ist außerdem, dass EUROSTAT die Quoten häufig im Nachhinein revidiert - die Zahlen können sich also im Laufe der Zeit ändern.


Personen mit Migrationshintergrund

Personen mit Migrationshintergrund sind einerseits Personen mit aktuell ausländischer Staatsbürgerschaft sowie Personen mit dokumentiertem Staatsbürgerschaftswechsel (1.Generation) und andererseits Personen (2. Generation), die als Kind sozialversicherungsrechtliche Mitversicherte bei Hauptversicherten der 1. Generation sind oder waren.