Hilfe und Dokumentation

Beschäftigtendaten lt. Hauptverband (HVS Daten)

Begriffsbestimmungen

Datengrundlage für die Beschäftigungsstatistiken sind die Datenbanken des Hauptverbandes. Gezählt werden Beschäftigungsverhältnisse und nicht beschäftigte Personen. Eine Person, die z.B. gleichzeitig bei zwei DienstgeberInnen beschäftigt ist, wird doppelt gezählt. Auswertungsstichtag ist der letzte Tag des Berichtsmonats.

Unselbständig Beschäftigte

Erfasst werden alle Personen, deren Beschäftigungsverhältnis aufrecht ist, zuzüglich Beschäftigte mit freiem Dienstvertrag gemäß § 4 Abs. 4 ASVG. KinderbetreuungsgeldbezieherInnen und Präsenz- bzw. Zivildienstleistende mit aufrechtem Dienstverhältnis werden mitgezählt. Geringfügig Beschäftigte werden bei den unselbständig Beschäftigten nicht erfasst.

KinderbetreuungsgeldbezieherInnen

KinderbetreuungsgeldbezieherInnen (KBG-BezieherInnen) mit aufrechtem Dienstvertrag sind in den Beschäftigtenzahlen enthalten. Allerdings unterscheidet der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger nicht zwischen in- und ausländischen KBG-BezieherInnen und weist auch die ausländischen KBG-BezieherInnen als InländerInnen aus. Bei der Abfrage unselbständig Beschäftigter nach „Bundesland“ und „In-/Ausland“ werden bei den unselbständig beschäftigten AusländerInnen nur die Aktiv-Beschäftigten ausgewiesen. Die KBG-BezieherInnen (In- sowie AusländerInnen mit aufrechtem Dienstverhältnis) werden ausschließlich den unselbständig beschäftigten InländerInnen zugeordnet.

Zur Veranschaulichung noch ein Screenshot der Abfrage unselbständig Beschäftigter nach „Branche“ und „In-/Ausland“ vom Juni 2014: die 81.507 KGB-BezieherInnen sind alle der Rubrik „Inländer“ zugeordnet.
Bali Screenshot

Ausländische Beschäftigte

Basis für die Erfassung ist der im Kataster des Hauptverbandes gespeicherte Staatsbürgerschafts-schlüssel. Geringfügig Beschäftigte werden ebenso wie Präsenz- bzw. Zivildienstleistende sowie Kinderbetreuungsgeldbeziehende mit aufrechtem Dienstverhältnis nicht erfasst.

Freie Dienstverträge

Ein sozialversicherungspflichtiger freier Dienstvertrag liegt vor, wenn die im § 4 Abs. 4 ASVG normierten Bestimmungen erfüllt sind. Freie DienstnehmerInnen sind pensions-, kranken-, unfall- und seit 2008 auch arbeitslosenversichert.

Geringfügig freie Dienstverträge

Geringfügig freie DienstnehmerInnen sind nur unfallversichert und es besteht kein Anspruch auf ein 13 und 14 Gehalt sowie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Sie sind weder in der Gesamtzahl der Beschäftigten noch bei den Beschäftigten nach Wirtschaftsklassen erfasst.

Geringfügig Beschäftigte

Ein Beschäftigungsverhältnis ist geringfügig, wenn die im § 5 ASVG angeführten, täglichen oder monatlichen Grenzbeträge (2011: € 374,02) nicht überschritten werden.
Geringfügig Beschäftigte sind unfallversichert (Option bzgl. Pensions- und Krankenversicherung) und haben Anspruch auf ein 13 und 14 Gehalt sowie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Selbständig Beschäftigte

Die Selbständigen basieren auf Auswertungen der Hauptverbandsdaten. Für Versicherungsepisoden, die sich zeitlich überschneiden, wurde folgende Datenhierarchie eingeführt: Besteht neben der selbständigen eine unselbständige Beschäftigung (Vollversicherung), so wird diese Person ausschließlich als unselbständig beschäftigt gezählt. Innerhalb der Selbständigkeit werden die Gewerbetreibenden vor den LandwirtInnen gereiht. Somit wird ein Landwirt, der parallel ein Gewerbe ausübt, nur einmal als Gewerbetreibender gezählt. In den BALI Daten scheinen daher weder „NebenerwerbslandwirtInnen“ noch „Nebenerwerbsgewerbetreibende“ auf. Quelle: AMS Data Ware-house Erwerbskarrierenmonitoring

 Achtung: Datenänderung bei Selbständig Beschäftigten!

Die Daten zu den Selbständig Beschäftigten wurden neu berechnet – unter anderem sind nunmehr zusätzlich zu den bisher schon beim Hauptverband erfassten Selbständigen auch jene beinhaltet, die bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft aber aus diversen Gründen nicht beim Hauptverband gemeldet sind; die Daten wurden bis zum Beginn der Zeitreihe (Jänner 2007) nacherfasst. Insgesamt sind durch die Verbreiterung der Datenbasis damit um rund 13.000 mehr selbständig Beschäftigte in BALI integriert.

Die Zuordnung der ÖNACE-2008 Wirtschaftsabteilung von Selbständigen erfolgt auf Basis der monatlichen Datenlieferung der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) indem die wirtschaftliche Tätigkeit auf ÖNACE-2-Steller-Ebene umgeschlüsselt wird.

Für Selbständig Beschäftigte sind gegenwärtig nur Altersjahrgänge aber nicht das genaue Geburtsdatum verfügbar. Der Wechsel von einem Altersjahr zum nächsten erfolgt in BALI bei allen Selbständigen vom 30. Juni zum 1. Juli. Dadurch kommt es bei Monatszeitreihen der Selbständigen nach Alter beim Vergleich der jeweiligen Juni – mit den Julidaten innerhalb von Altersjahren – bzw. -gruppen mitunter zu "Unebenheiten".

Aufgrund von Verbesserungsarbeiten in der Wirtschaftsabteilungszuordnung kommt es von 31.12.2017 auf 1.1.2018 zu einem Zeitreihenbruch. Hierbei wurden selbständige Personen im Bereich der selbständigen Personenbetreuung von der Wirtschaftsabteilung "Erbringung von sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen" zur Wirtschaftsabteilung "Sozialwesen (ohne Heime)" umgeordnet. Diese Vorgehensweise folgt der Empfehlung der Bundesanstalt Statistik Österreich.

Bundesland

Generell erfolgt die Zuordnung der erfassten Personen zu einem Bundesland nach dem Beschäftigungsort. Wird eine Beschäftigung abwechselnd an verschiedenen Orten ausgeübt, aber von einer festen Arbeitsstätte aus, so gilt diese als Beschäftigungsort. Wird eine Beschäftigung ohne feste Arbeitsstätte ausgeübt, so gilt der Wohnsitz als Beschäftigungsort. Bei der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) versicherte Personen werden ebenso wie bei der Versicherungsanstalt für öffentlich Bedienstete (BVA) versicherte Personen nach dem Wohnortprinzip zugeordnet.

Wirtschaftsklasse

Die Zählung der Beschäftigten nach Wirtschaftsklassen erfolgt ohne Rücksicht auf den tatsächlich ausgeübten Beruf nur nach der Zugehörigkeit des Betriebes zur Wirtschaftsklasse.
Die Wirtschaftsklassenstatistiken sind auf Basis der Daten des Unternehmensregisters der Statistik Austria (ÖNACE 2008) gegliedert. In regelmäßigen Abständen wird ein Datenabgleich mit dem Unternehmensregister durchgeführt.
Geringfügig Beschäftigte sind bei den Beschäftigten nach Wirtschaftsklassen nicht berücksichtigt. Präsens- bzw. Zivildienstleistende sowie Kinderbetreuungsgeldbeziehende werden nicht in Wirtschaftsklassen gereiht, sondern gesondert ausgewiesen.

Alter der Beschäftigten

Erfasst wird das vollendete Alter.

Jahresdurchschnittsbestand

Der Durchschnittsbestand ist das arithmetische Mittel der 12 Stichtagsbestände.